Inside The Brand #5 — Nameless: Wie aus einer Stuttgarter Shisha-Bar Black Nana wurde

Black Nana kennt in Deutschland fast jeder, der Shisha raucht.

Die Marke dahinter kennen deutlich weniger. Und den Mann, der beides erfunden hat, kennen nur die wenigsten.

Diesmal kein Interview, sondern ein Porträt — zusammengetragen aus dem, was öffentlich über die Marke bekannt ist, und aus dem, was man erfährt, wenn man lange genug in der Szene unterwegs ist.

Angefangen hat alles mit einer Bar

Nameless kommt nicht aus einer Fabrik. Nameless kommt aus einer Shisha-Bar in Stuttgart.

Das L'Oasis auf der Stuttgarter Kulturmeile war zuerst da — eine wunderschöne Bar, betrieben von einem Mann, den die Szene als Wadi kennt.

Und das erklärt mehr über die Marke, als jede Produktbeschreibung könnte:

Wer jeden Abend sieht, was Gäste bestellen, was sie zurückgehen lassen und wonach sie fragen, ohne es zu bekommen — der weiß irgendwann genauer als jeder Hersteller, was fehlt.

Irgendwann war klar: Das, was fehlt, muss man selbst machen.

Der erste Anlauf ging schief

Die ersten Versuche von Nameless-Tabak entstanden nicht in Deutschland.

Sie kamen aus Jordanien.

Und sie blieben ohne Durchbruch.

Das ist der Teil der Geschichte, den man selten hört — weil ihn niemand gern erzählt. Dabei ist er der wichtigste:

Aus diesem gescheiterten ersten Anlauf folgte die Entscheidung, die alles veränderte.

Die Produktion kam nach Deutschland

Statt weiter aus der Ferne produzieren zu lassen, wurde die Herstellung nach Deutschland geholt.

Entwickelt, produziert, groß geworden — alles hier.

Wenn heute auf jeder Nameless-Dose sinngemäß „Made in Germany" steht, ist das deshalb kein Marketingaufdruck. Es ist die Lehre aus dem ersten Versuch.

Dann kam Black Nana

Der Durchbruch kam mit einer einzigen Sorte.

#40 Black Nana

Dunkle, süße Traube mit klarer Minznote.

Um zu verstehen, warum das ein Bruch war, muss man wissen, wie Traube-Minze davor schmeckte: hell und herb. Die klassische Kombination — helle Traube, Minze, wenig Süße. Al Waha T&M steht bis heute für diese Schule.

Black Nana drehte die Richtung.

Dunkle Traube statt heller. Süße statt Herbe. Tiefe statt Klarheit.

Mit dieser Sorte begann das, was man rückblickend als das Zeitalter der süßen Traube bezeichnen kann. Seitdem hat praktisch jede große Marke eine eigene Version im Sortiment.

Kopiert wird sie oft.

Erreicht hat sie bisher keiner.

Der zweite große Wurf: Big Red

Eine Sorte allein macht keine Marke. Nach Black Nana kam mit Big Red — auch als Red Turtle bekannt — der zweite Flavor, der in den Bars wirklich einschlug.

Das Profil: der starke Zimt-Kaugummi, den damals jeder kannte. Kein zurückhaltender Zimt, sondern die volle, süß-scharfe Kaugummi-Note.

Damit war das Muster gesetzt, das Nameless seitdem verfolgt: keine Fruchtsorte unter vielen, sondern ein Geschmack, den man sofort wiedererkennt, weil man ihn schon einmal geschmeckt hat — nur eben nicht in einer Shisha.

Auch Big Red soll zurückkommen, angeblich Anfang 2027. Bestätigt ist das nicht.

Wer das Profil vorher probieren will: Es gibt Big Red als Dampfpaste – eine Kooperation von Nameless mit HookahSqueeze, mit denselben Zimt- und Kaugummi-Noten, aber ohne Tabak.

Was der Name bedeutet

NameLess — namenlos.

Ein Wortspiel, das man erst versteht, wenn man das Sortiment sieht: Die Sorten haben keine Namen, sondern Nummern. #007, #13, #17, #40, #100, #711, #808.

Black Nana ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt — sie hat beides. Die Nummer #40 und einen Namen, der beschreibt, was drin ist:

  • Nana ist die arabische Bezeichnung für Minze
  • Black steht für die dunkle Traube

Auch der Bar hat die Marke ein Denkmal gesetzt: Eine der Sorten heißt schlicht L'Oasis.

Und Dark Nana?

Auch sie gab es schon einmal — dieselbe Idee auf Burley-Basis statt Virginia, also die Darkblend-Version des Klassikers.

Ob sie zurückkommt, ist offen. In der Szene wird darüber geredet, Bestätigung gibt es keine.

Was Darkblend von Virginia unterscheidet, erklären wir im Ratgeber Darkblend vs. Virginia.

Was von der Geschichte bleibt

Nameless ist keine Marke, die von einem Konzern am Reißbrett entworfen wurde.

Sie kommt aus einer Bar, hat einen Fehlstart hinter sich und ist genau deshalb dort gelandet, wo sie hingehört: in Deutschland, mit einer Sorte, die den Markt verändert hat.

Wadi ist in der Szene aus Stuttgart bekannt. Dass er der Pate von Black Nana ist, wissen erstaunlich wenige.

Vielleicht passt das ganz gut zu einer Marke, die sich selbst namenlos nennt.

Abgabe nur an Personen ab 18 Jahren.

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